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Ohlsdorf

Aufgang zur U-Bahn in der Station Ohlsdorf 

Zwischen Fuhlsbüttel und Ohlsdorf sind die Stadtteilgrenzen fließend. Lagen die historischen Gehöfte, die den Stadtteil Ohlsdorf markierten noch auf der östlichen Alsterseite, reicht die heutige Verwaltungsgrenze westlich bis an den Fuhlsbütteler Markt heran. Das dies nicht dem Bewusstsein der Allgemeinheit entspricht, wird aus der Bezeichnung der Justizvollzugsanstalt deutlich, die als "Santa Fu" Bekanntheit erlangte. Auch die im Stadtteil Ohlsdorf stehende Schleuse an der Hasenbergbrücke trägt offiziell den Namen "Fuhlsbütteler Schleuse" und wurde unter dieser Bezeichnung vom Denkmalschutzamt in die Liste der erkannten Denkmäler in Hamburg aufgenommen.

 

Unter Denkmalschutz steht auch die gegenüberliegende, im Jahr 1960 eingeweihte Kirche St. Marien, ein Beispiel für die Sakralarchitektur dieser Zeit in Hamburg. Die Kirchengemeinde St. Marien vollzog zum Jahresanfang 2008 den Zusammenschluss mit der Nikodemusgemeinde im südlichen Ohlsdorf und bewies damit den Mut, neue Wege nicht nur auf spirituellem Gebiet, sondern auch mit handfesten Strukturreformen zu beschreiten. Seit einigen Jahren befindet sich das örtliche Büro der SPD sowie das Wahlkreisbüro des SPD-Bundestagsabgeordneten Christian Carstensen, an einem roten SPD-Schild gut erkennbar, in der Straße Am Hasenberge.

 

Neben Kirche und SPD-Büro befindet sich unmittelbar am Alsterufer auch der ehrenamtlich geleitete Kulturverein Backstube, der in seinen Räumen Kunst- und Kulturangebote im weitesten Sinne anbietet. Vis a vis auf der anderen Alsterseite befindet sich das Schwimmbad Ohlsdorf, welches 1927 als Familienbad Im Grünen Grunde eröffnet wurde und zum Baden im Alsterwasser einlud. Die Zeiten als Familienbad könnten nunmehr endgültig gezählt sein, plant doch der Betreiber Bäderland im Auftrag der Stadt Hamburg den Verkauf etwa der Hälfte des Geländes, um dort Wohnungen zu errichten. Der verbleibende Teil soll aus betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten heraus von einem Familien- zu einem Sport- und Fitnessbad umgewandelt werden. Zweifellos ist es Zeit, das in die Jahre gekommene Bad zu erneuern, allerdings sollte das Bad meiner Ansicht nach auch künftig ein Familien- und Freizeitbad mit großen Freiflächen bleiben. Leider unterstützen CDU und GAL die Pläne von Bäderland kompromisslos. Um die Umsetzung der Pläne von Bäderland zu verhindern, hat sich eine Initiative gegründet, die ich unterstütze.

 

Der S-Bahnhof Ohlsdorf ist seit Jahren ein Beispiel dafür, wie Bahnhöfe nicht aussehen sollten: Unwirtlich, verdreckt und abschreckend. Regelmäßig wird Abhilfe versprochen und auch als Bürgerschaftsabgeordneter werde ich weiterhin nachbohren, bis sich der Zustand dort irgendwann bessert.

Dass Ortsfremde den Namen Ohlsdorf mit dem 1877 eingeweihtem Friedhof verbinden, der zugleich Hamburgs erster kommunaler Friedhof war, liegt auf der Hand. Mit der Gestaltung der Parkanlagen und der Grabstätten hat der damalige Friedhofsdirektor J.W. Cordes europaweit Maßstäbe gesetzt. Nicht nur aus Anlass des Gedenkens ist der Ohlsdorfer Friedhof daher einen Besuch wert. Ein Förderverein kümmert sich engagiert um den Erhalt der historischen Substanz.

 

Entlang der Fuhlsbüttler Straße ist das Thema der Verkehrssicherheit für Kinder, die die örtliche Grundschule oder Kita besuchen, von Bedeutung. Dank eines kooperativen Polizeikommissariats PK 36 in Bramfeld konnte aber einiges erreicht werden: So soll nach zahlreichen festgestellten Rotlichtverstößen von Autofahrern am Fußgängerüberweg vor dem Kindergarten der Nikodemuskirche jetzt eine stationäre Kamera installiert werden. Die Eltern sind zufrieden und hoffen auf künftig mehr Sicherheit für ihre Kinder.

Im Süden endet Ohlsdorf an der Hebebrandstraße und rund um die Straßen Buekweg und Zwanckweg hat vor allem die Genossenschaft der Schiffszimmerer große Wohnungsbestände. Mittlerweile entsprechen viele dieser nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Wohnungen nicht mehr den heutigen Vorstellungen, weshalb die Schiffszimmerer dort umfangreichen Bestandsabriss und Neubau planen. Obwohl die Genossenschaft dabei umsichtiger als andere Bauherrn vorgeht, blieb Kritik an Mieterhöhungen aufgrund des Neubaus gerade unter den Mietern mit geringerem Einkommen nicht aus. Unglücklicher als die Schiffszimmerer agierte die BGFG bei einem anderen Bestandsabriss und Neubau in der Straße Schmuckshöhe. Die Erwartungen der Genossenschaft an den künftigen Mietpreis, den die jetzigen Mieter zahlen sollten, waren so hoch, dass eine eilig gegründete Mieterinitiative von einer Vertreibung durch hohe Mietforderungen sprach. Mit Unterstützung des Hamburger Mietervereins und des Ortsausschusses, auch ich war dabei, gelang es schließlich, die BGFG zu bewegen, ihren Mitgliedern auch weiterhin bezahlbaren Wohnraum anzubieten.

 

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