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Langenhorn für Liebhaber

In Langenhorn bin ich nicht nur mit meinem Bürgerbüro vor Ort, ich bin auch sonst sehr gern im Stadtteil unterwegs. Das frühere Straßendorf, das im Jahr 1283 erstmal urkundlich erwähnt wird, hat viele Veränderungen mitgemacht, das Dörfliche hat sich aber hier und dort erhalten und der Siedlungsgedanke ist noch sehr lebendig. Eines der schönsten Naturschutzgebiete in Hamburg ist das Raakmoor, das von der Stadtteilgruppe Fuhlsbüttel-Langenhorn des NABU mit viel ehrenamtlichem Einsatz gepflegt wird. Auf halbem Weg zwischen dem Raakmoor und meinem Bürgerbüro im Westen Langenhorns wohnt Helmut Schmidt, Bundeskanzler von 1974 bis 1982. Auf dem Weg zum Raakmoor lohnt sich immer ein Abstecher zum Eiscafe Jacobs, Immenhöven 23, das nicht nur eine große Auswahl, sondern auch eine exzellente Qualität anbietet, weshalb besonders bei gutem Wetter etwas Geduld mitgebracht werden muss.

 

Eiscafe Jacobs in der Straße Immenhöven 

 

Erinnerungsstele am Essener Bogen 

Im Nordwesten Langenhorns hatte sich mit dem Hanseatischen Kettenwerk und der Deutschen Messapparatebau in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts Rüstungsindustrie angesiedelt. Geblieben davon sind heute Initiativen, die an die dort eingesetzten Zwangsarbeiter erinnern sowie ein 2008 eingeweihtes Denkmal. Über das Kettenwerk gibt es eine lesenswerte Veröffentlichung des Langenhorners Karl Heinrich Biehl, die leider nicht mehr über den Buchhandel zu beziehen ist. Hier hilft aber die Geschichtswerkstatt der Willi-Bredel-Gesellschaft, die in der Straße Im Grünen Grunde in Ohlsdorf ihre Räume hat. Dort kann das Buch erworben werden.

 

Der heutige VALVO-Park mit meinem Bürgerbüro umfasst die mittlerweile denkmalgeschützten Gebäude der früheren Deutschen Messapparatebau und hat sich zu einem Anziehungspunkt für kreative Firmen, Künstler und Lifestyle entwickelt, wie man es sonst nur aus Stadtteilen wie Ottensen kennt. Ähnlich urban geht es gleich nebenan in dem überschaubaren Quartier Essener Straße zu, in dem als Folge kontinuierlichen Bürgerengagements in den letzten Jahren zahlreiche Stadtteilprojekte entstanden sind, die heute zum Teil eine finanzielle Unterstützung durch die Stadt erhalten.

Vollständig ehrenamtlich arbeitet weiterhin das Bürgerforum, das seit einiger Zeit jeweils am Mittwoch im Kulturhaus "ella" einen kostenlosen Mittagstisch für Kinder aus dem Quartier anbietet. Dass dieses Angebot im Quartier sehr gut ankommt, habe ich bei Besuchen, wie hier im Jahr 2007, mehrfach erleben können. Diese lobenswerte Arbeit finanziert sich ebenso wie der pädagogische Mittagstisch der Eirene-Kirchengemeinde am Willersweg vollständig aus Spenden.

 

Der SPD-Bundestagsabgeordnete und gebürtige Langenhorner Christian Carstensen ist auch heute oft in Langenhorn anzutreffen, wo er mit seiner Familie lebt. Christian Carstensen setzte sich bei der Bundestagswahl 2004 als Vor-Ort-Politiker gegen den CDU-Landesvorsitzenden Dirk Fischer durch und vertritt seitdem den Wahlkreis im Deutschen Bundestag.

 

An Rande des Wahlkampfes Christian Carstensen zusammen mit mir und Steffen Vogel an einem Infostand

 

Im Süden Langenhorns liegt der verkehrsmäßig gut angebundene Langenhorner Markt. Der dienstags und sonnabends stattfindende Wochenmarkt ist ein Anziehungspunkt über Langenhorn hinaus bis nach Hummelsbüttel und Fuhlsbüttel und auch der im gegenüberliegenden Krohnstiegcenter untergebrachte Edeka-Markt spekuliert mit seinen über 6.000 qm Verkaufsfläche eher auf eine überregionale Kundschaft, was manchen Langenhorner verstimmt, der es gern etwas dörflicher hätte.

Nebenan in der Tangstedter Landstraße 41 befindet sich das Langenhorner Bürgerhaus, dessen Bestand gefährdet ist, seit die CDU in Hamburg das Gebäude auf ihre Immobilien-Verkaufsliste genommen hat. Als der Unmut der Wähler drohte, gab es vor der Bürgerschaftswahl 2008 noch einmal eine Vertragsverlängerung für das Bürgerhaus, auf der Verkaufsliste steht das Gebäude allerdings weiterhin.

Der Bahnhofvorplatz und die vom Journalisten Bernardo Peters "Langenhorner Loch" getaufte Abrisswüste an der Ecke zum Krohnstieg zeigen deutlich, dass in diesem Teil Langenhorns die Stadt mehr für die Attraktivität des Stadtteils tun muss. Mit dem Bahnhofsvorplatz soll demnächst ein Anfang gemacht werden, nachdem die Bezirksversammlung Hamburg-Nord auf Initiative der SPD für den Anfang 40.000 € zur Verfügung gestellt hat. Dafür, dass das Geld in Langenhorn möglichst schnell ankommt, setzt sich seit seiner Wahl in die Bezirksversammlung der SPD-Bezirkspolitiker Gulfam Malik ein, der vielen Langenhornern als Blumenhändler im U-Bahnhof gut bekannt ist.

Im südlichen Langenhorn findet sich weitgehend Einzel- und Doppelhausbebauung, sowohl im Quartier um den Willersweg, vor allem aber in Flughafennähe westlich der Langenhorner Chaussee, wo sich mitten im Grünen im Hamburger Jugendpark günstige Übernachtungsmöglichkeiten für Hamburgreisende finden lassen. Aufgrund der Flughafennähe wird der Fluglärm allerdings zu einem Problem, worauf ich in meiner Schilderung des Stadtteils Fuhlsbüttel eingehen werde.

 

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