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Fuhlsbüttel - Idylle mit Verkehr

Das frühere Ortsamt Fuhlsbüttel 

Südlich der Flughafenstraße schließt sich an Langenhorn der Stadtteil Fuhlsbüttel an, von dem das einstige Ortsamt an der Hummelsbütteler Landstraße seinen Namen ableitete, bis es zusammen mit der Aufgabe aller Ortsämter in Hamburg geschlossen wurde. Heute befindet sich in der Hummelsbütteler Landstraße 46 ein Kundenzentrum des Bezirksamtes, dort tagt zudem regelmäßig der neue Regionalausschuss Fuhlsbüttel - Langenhorn - Alsterdorf.

 

Unweit des früheren Ortsamtes findet sich der 1910 angelegte öffentliche Garten Fuhlsbüttel, den Fuhlsbüttlern besser bekannt unter dem Namen Wacholderpark.

 

Ähnlich wie in Langenhorn der Siedlungsgedanke wirkte in Fuhlsbüttel die Bautätigkeit für günstigen und gesunden Wohnraum außerhalb der beengten Stadt stadtteilprägend. Noch zu erkennen ist dies z.B. in der Siedlung Alsterhöhe um den Heinrich-Traun-Platz herum, die mittelbar auf das sozial-karitative Wirken des Hamburger Senators Heinrich Traun zurückgeht. An den Senator erinnert auf dem Platz heute ein kleines Denkmal .

Geht man vom Heinrich-Traun-Platz ein paar Schritte weiter zur Alster hinunter, erwartet einen dort der größte und schönste Kinderspielplatz in Hamburgs Norden. Der Spielplatz Wellingsbütteler Landstraße ist bei gutem Wetter Treffpunkt für Familien, Grillfreunde und Kanufahrer, die von der Rathsmühlenbrücke alsteraufwärts bis nach Poppenbüttel die sich hier sehr naturnah gebende Alster erkunden.

Ungefähr 15 Minuten alsterabwärts dauert dann der Fußweg bis zur Rathsmühlenbrücke, über die sich heute der PKW-Verkehr zwischen Barmbek und Langenhorn bewegt. Außer dem Namen der Brücke erinnert hier nichts mehr daran, dass mit einer Mühle und einem Stauwehr hier einer der ältesten Teile Fuhlsbüttels stand. An die Gründerzeit in Fuhlsbüttel erinnert noch die westlich gelegene 1907 eingerichtete Alster-Apotheke. Mit dem ebenfalls auf der westlichen Seite liegenden Restaurant Alsterpark ist noch die Remise des früheren Landhauses der Hamburger Bankiersfamilie Schröder erhalten geblieben. Der Bau ist älteren Fuhlsbüttlern noch als provisorisches Ortsamt in Erinnerung, bis er in den 60er Jahren dem Straßenausbau weichen musste. Eine Erwähnung wert ist der dem Restaurant Alsterpark gegenüberliegende unscheinbare Teich, der früher Teil eines kunstvollen Landschaftsensembles war, das der Direktor des Ohlsdorfer Friedhofes, F.W. Cordes, für die Bankiersfamilie Schröder dort anlegte.

Das Thema Straßenverkehr bewegt viele Fuhlsbütteler, seitdem Stadtplaner in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts viel Unheil angerichtet haben. So war geplant, die Alster in Fuhlsbüttel mit einer doppelstöckigen Brücke zu überspannen, um dann anschließend weiter durch den Ratsmühlendamm mit einer Schnellstraße den Flughafen zu erschließen. Die Anfänge dieser Planung, unter der z.B. auch die heutige Marktfläche verschwinden sollte, wurden damals noch umgesetzt, was zwischen Alster und Alsterkrugchaussee bis heute zu überdimensionierten Verkehrsflächen führt.

Mit als Folge des Straßenausbaus verlagerte sich das Fuhlsbütteler Zentrum mit den Jahren vom Ratsmühlendamm zum Erdkampsweg, wo sich heute eine lebendige Einkaufsmeile mit einem vielfältigen Einzelhandel befindet, für den sich der örtliche Gewerbebund stark macht. Als Besonderheit finden sich am Erdkampsweg gleich zwei Buchhandlungen einander gegenüber, was auf große Belesenheit in dem kleinen Stadtteil Fuhlsbüttel hindeuten könnte, besonders, wenn man die öffentliche Bücherhalle nebenan auch noch als Indiz für Lesefreudigkeit werten möchte. Mein Fahrrad habe ich übrigens vor vielen Jahren im Fahrradhaus Meincke erworben - und wenn ich heute für das Fahrrad von meinem Sohn Ersatzteile brauche, gehe ich dort gern vorbei.

Eine Aufwertung des heutigen Fuhlsbütteler Zentrums am Erdkampsweg ist trotz vieler Anläufe und großen Engagements der Bürger und der SPD vor Ort immer wieder gescheitert. 2000 hatte die damals noch SPD-geführte Baubehörde endlich grünes Licht für eine Umgestaltung gegeben und drei finanzierbare Varianten vorgestellt. 2002 zog der neue CDU/FDP/Schill-Senat diese Zusage wieder zurück. Dem Versprechen des CDU-Politikers Klaus-Peter Hesse, sich für eine Neugestaltung des Fuhlsbütteler Zentrums zu engagieren, ist bis heute kein Resultat gefolgt. Festzustellen war ein Aussitzen jeder Anregung durch die regierende CDU.

Neuen Schwung bekam die Debatte 2004 durch einen Workshop , in dem die Fuhlsbütteler SPD die Entwürfe der Architekten Klaus Bokelmann und Rainer Wischhusen für ein neues Zentrum vorstellte. Die kontroverse Diskussion, die auch in der Presse einen breiteren Niederschlag fand, war für das Bezirksamt Hamburg-Nord Anlass genug, in einem weiteren Workshop alle Beteiligten an einen Tisch zu holen. Die Umsetzung der respektablen Ergebnisse steht leider wieder einmal aus.

 

Hamburg Airport - Firmenzentrale 

Bereits ein paar Straßen weiter westlich ist der Stadtteil Fuhlsbüttel vom nahen Hamburg Airport geprägt, der zur Genugtuung vieler Fuhlsbütteler trotz des offiziellen Namens in vielen internationalen Flugplänen immer noch als Hamburg-Fuhlsbüttel ausgewiesen ist. Der Airport eilt derzeit von einem Rekord bei dem Fluggastzahlen und beim Nettogewinn zum nächsten und hat den unbestreitbaren Vorteil, dass er von urlaubshungrigen Fuhlsbüttelern in wenigen Minuten zu erreichen ist.

 

Den Stadtteil Fuhlsbüttel habe ich zuerst kennengelernt, als ich 1989 als Student in eine kleine und günstige Wohnung in der Straße Jensenknick in die Nähe des Flughafens zog. Bei bestimmten Wetterlagen war der Fluglärm, der vom Vorfeld herüberkam, ganz erheblich. Damals habe ich erfahren, das es ohne Lärmschutz nicht möglich ist, in einigen flughafennahen Gebieten zu wohnen, welche ansonsten durchaus ihren Reiz haben und deshalb unbedingt schützenswert sind. Als 1992 dann das Anwohnerparken eingeführt wurde, verringerte sich die Anzahl der Autos vor meiner Haustür dramatisch, da Urlaubsreisende nun nicht mehr ihren Wagen vor Urlaubsantritt einfach im Wohngebiet abstellen konnten.

Die Anwohnerparkzone N 100 ist heute natürlich zu klein und die Anwohner rundherum finden besonders zur Ferienzeit kaum noch einen freien Parkplatz bei sich vor der Haustür, wenn dieser Teil Fuhlsbüttels zum "größten Ferienparkplatz der Republik wird", wie eine Hamburger Zeitung schrieb. Auch in Langenhorn und Alsterdorf macht sich das Problem bemerkbar. Dass die Anwohner engagiert auf eine Ausweitung des Anwohnerparkens pochen, hat die CDU nicht etwa zum Einlenken veranlasst. Einen Antrag der SPD auf eine Ausweitung des Anwohnerparkens hat sie erst vor kurzem in der Hamburgischen Bürgerschaft abgelehnt.

 

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