Alsterdorf
So wie sich bei dem Namen Ohlsdorf gedanklich wie von selbst eine Beziehung zum dortigen Friedhof herstellt, so verbindet sich der Name Alsterdorf vor allem mit den Alsterdorfer Anstalten, deren Arbeit im Jahr 1863 durch Pastor Sengelmann ihren Anfang nahm. Im Jahr 1988 in Evangelische Stiftung Alsterdorf umbenannt, änderte sich auch der inhaltliche Ansatz und die Ausrichtung der diakonischen Arbeit. So hat sich die Stiftung in den vergangenen Jahren den umliegenden Stadtteilen geöffnet. Eine besondere Empfehlung wert ist das ausgezeichnete Restaurant Kesselhaus, das am neuen Alsterdorfer Markt liegt. In den Sommermonaten finden auf dem Gelände regelmäßig Flohmärkte statt, die ich oft und gern von meiner Wohnung am Maienweg aus besucht habe.

Martin-Luther-Kirche an der Bebelallee
In der Sozial- und Diakoniestation Alsterdorf habe während meines Studiums von 1987 an als Hilfskraft in der Altenpflege gearbeitet. Die damals in der Martin-Luther-Gemeinde untergebrachte Station war eine der ersten Sozialstationen gewesen, mit denen sich Hamburg in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf den Weg der Ambulantisierung der Pflege und der häuslichen Pflege machte. In den 90er Jahren folgte dann die zunehmende Privatisierung der Pflege und Hand in Hand damit Überlegungen, wie eine ausreichende Qualität bei einer Vielzahl unterschiedlicher Anbieter sichergestellt werden kann. Ich habe damals gern für die Sozialstation gearbeitet, weil ich mit unterschiedlichsten Menschen zu tun hatte und das Arbeitsklima stimmte. Einige Jahre hatte ich dann wieder mit der Martin-Luther-Gemeinde zu tun, als mein Sohn den dortigen Kindergarten besuchte.
Im Süden und Osten begrenzen die Gleise der Hoch- und der Güterumgehungsbahn den Stadtteil Alsterdorf. Diente die Güterumgehungsbahn einst der Entlastung der Trasse zwischen Altona und dem Hauptbahnhof, führt heute die Umgehung durch ebenfalls dicht bewohnte Stadtteile. Da das Verkehrsaufkommen und damit der Schienenlärm steigen, sollen entlang der Strecke Lärmschutzwände entstehen. Die Finanzierung hierfür tragen Anwohner, Stadt, Bahn und z.B. auch die Bezirksversammlung Hamburg-Nord, in der sich die SPD für einen finanziellen Zuschuss aus Bezirksmitteln einsetzte. Im Bundesverkehrsministerium in Berlin setze sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Carstensen erfolgreich u.a. für die Reduzierung der ursprünglich hohen Beträge ein, die die Anwohner für den Bau der Lärmschutzwände nach den Vorstellungen der Bahn als Ablöseanteil zahlen sollten.
Gepflegte Vergangenheit Vier Voll-, sechs Viertelhufen, vier Katen, neun Anbauerstellen, 148 Einwohner: Alsterdorf um 1855. Im Bild: Der Hinschenhof
An der Ecke Rathenaustraße / Alsterdorfer Damm findet sich der Hinschenhof, der an die bäuerliche Vergangenheit Alsterdorfs erinnert. Gegenüber lohnt sich eine Wanderung entlang der bis zur Fuhlsbütteler Schleuse flußaufwärts kanalisierten Alster.