Fahrradwege werden nicht enteist
Senat: Fahrradwege werden nicht enteist.
Der Winterdienst ist mangelhaft – auf Radwegen findet er gar nicht statt. Das hat seinen Grund. Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Gunnar Eisold fordert eine Schneeräumung auf den wichtigsten Radwegen.
üJe länger der Winter dauert, desto weniger Fahrradfahrer sind in Langenhorn, Fuhlsbüttel und Ohlsdorf auf dem Fahrrad zu entdecken. Wer mag sich auch schon der Gefahr aussetzen, nach einem Sturz auf dem Glatteis mit einem Knochenbruch im Krankenhaus zu landen. Hinzu kommt, dass die Fahrradwege in aller Regel unter Schnee und Eis überhaupt nicht zu entdecken sind. Um sie befahrbar zu machen, müssten sie von Schnee und Eis zunächst einmal geräumt werden. Gerade dies ist in Hamburg aber nicht vorgesehen, teilte jetzt der Hamburger Senat dem SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Gunnar Eisold auf dessen Anfrage hin mit. Eine Begründung lieferte der Senat gleich mit. „Radwege sind bei winterlichen Verhältnissen aufgrund des relativ geringen Radfahreraufkommens in der Regel nicht als verkehrswichtig eingestuft und werden somit nicht von Schnee und Eis geräumt“, teilte er Gunnar Eisold lapidar mit.
Eine Formulierung, die Eisold ärgert. „Es gibt sehr wohl Radwege, wie etwa in Schulnähe, die auch im Winter geräumt werden müssen. Bei ausreichender Räumung würden sie sehr wohl auch im Winter befahren.“
Hierfür müsste allerdings das Hamburger Wegegesetz geändert werden, das aus dem Jahr 1974 stammt. Eisold sieht das als notwendig an. „Es ist nicht zeitgemäß, das Fahrradfahren im Winter quasi einzustellen und auf wärmeres Wetter zu warten. Es muss eine Regelung gefunden werden, dass zumindest die am meisten befahrenen Radwege im Winter von Eis und Schnee befreit werden.“
Ein Thema, das demnächst die Bürgerschaft beschäftigen dürfte. In diesem Winter müssen die Radfahrer wohl noch mit den Einschränkungen leben. Wer als Radfahrer auf einem mit Schnee oder Eis bedeckten Radweg verunglückt, ist dafür übrigens selber verantwortlich, teilte der Senat vorsorglich auch mit. Und ein Ausweichen von Fahrradfahrern auf einen geräumten Fußweg ist in der Regel auch nicht erlaubt. Für Gunnar Eisold macht dies deutlich, dass an das Radfahren im Winter schlicht nicht ausreichend gedacht werde. „Die Stadt muss mehr zur Förderung des Radfahrens im Winter unternehmen,“ so Eisold.
Zur vollständigen Kleinen Anfrage und der Antwort des Senats geht es hier [144 KB]
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